“Wenn Mithalten unmöglich ist, dann braucht
es eine neue Betrachtung des Möglichen.”
Was bedeutet es, als Puppenspielerin, als Theatermacherin
alt zu werden? Das fragt sich Karin Schäfer
auf ebenso tiefgründige wie unterhaltsame Weise. Dabei
tritt sie als ihr eigenes, einhundertjähriges Alter Ego
und gleichzeitig als ihre personifi zierte Erinnerung auf.
Es ist eine Erinnerung an bewegtere, sprich: beweglichere
Zeiten. Die Augen werden schwach, die Hände
zittrig, die Haltung gebeugt. Die Dinge entgleiten,
und zwar im wörtlichen Sinn.
Doch was bleibt, ist der Wille zum Spiel. Denn nichts
von dem kann doch allzu ernst genommen werden!
Theater zu machen bedeutet Experimentieren, Mut
zum Scheitern und Drang zum Dranbleiben.
Der Herbst ist fast vorbei. Der Bär kommt gerade
aus dem Wald und hat einen schweren Bauch vom
Fressen – die letzten Nüsse und Pilze. Und schwere
Beine hat er auch – so müde - vor dem Winterschlaf.
Er freut sich auf sein weiches Winterschlafbett.
Auf dem wird er sich ausstrecken, sich räkeln und
zusammenrollen. Und dann wird er ins Land der
räume segeln. Es ist soweit. Er plumpst auf sein
Bett. Doch was ist das? Da pikst und kneift etwas!
Der Bär schüttelt sein Bett aus. Und? Hat nichts
geholfen, kein Rütteln und kein Schütteln! So kann
der Bär nicht schlafen. Und wenn er nicht schlafen
kann, kriegt er schlechte Laune. Wie soll das bloß
weitergehen?